Giorgio Armani - Milano, per Amore
Mailand [ENA] Wenige Tage nach dem Tod von Giorgio Armani Anfang September dieses Jahres wurde in der Pinacoteca di Brera die erste Modeausstellung eröffnet: „Giorgio Armani: Milano con Amore“. Die Ausstellung, die anlässlich des 50. Geburtstags der Marke entstand, wurde noch unter seiner Mitwirkung konzipiert.
Sie konnte jedoch erst posthum eröffnet werden. Sie dient als Hommage an den Modeschöpfer. Dies war die erste von jährlich vier Modewochen in Mailand ohne Giorgio Armani. Die Veranstaltungen im Januar und Juni widmen sich der Männermode, während die „Milano Moda Donna“ im Februar und September die Damenmode präsentiert. Brera, der Standort der Pinacoteca, ist das Viertel, in dem Armani lebte und arbeitete. Hier entwickelte er seine charakteristische Mischung aus Eleganz und künstlerischer Freiheit. Die renommierte Pinacoteca di Brera präsentiert italienische Kunst vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Eine Modenschau an diesem Ort ist eine Premiere. 120 Kreationen des legendären Modeschöpfers spiegeln seinen Stil wider und tragen
zu einer Neuinterpretation der Kunstgalerie bei. Dabei werden Geschichte der Malerei und die der Mode miteinander verknüpft, wie die italienische Ausgabe von „Vanity Fair“ anlässlich der Eröffnung berichtete. Armani hat stets seine Verbundenheit mit dem Stadtteil zum Ausdruck gebracht, in dem er lebte und arbeitete und dessen lebendiger kultureller Charakter ihn anzog. Bereits 1993 verlieh ihm die Akademie der Schönen Künste einen akademischen Ehrentitel in Anerkennung der Kohärenz und Strenge seines Werks.
Armani selbst hatte in seinem 2022 erschienen zur Ausstellung gleichnamigen autobiographischen Buch „Per Armore“ (ISBN 978-8891836717) gesagt: „Eine Ausstellung kann auf zwei Arten betrachtet werden: Zum einen als unmittelbare Befriedigung des Egos des Schöpfers, zum anderen als didaktischer Wert – als einzigartiges Zeugnis, das man der Öffentlichkeit, insbesondere jungen Kreativen, durch sein Werk vermitteln kann. Dieses Gefühl, das anhält und erfüllt, ist es, das mich interessiert.“
Letzterem wird die Ausstellung gerecht: Die Auswahl von 120 Kreationen stammt aus dem ARMANI-Archiv. Diese stehen im Dialog mit Meisterwerken der italienischen Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Die Kleider werden auf unsichtbaren Mannequins präsentiert. Unterhalb der Säume befindet sich jeweils die Nummer des Archivverzeichnisses mit einer Erläuterung, die jedoch durch die Anordnung etwas schwer zu lesen ist. Die ausgestellten Kreationen spiegeln den Stil von Armani wider und zeigen die Vielfalt der Themen und Ideen, die das Design von Giorgio Armani unverwechselbar machen: seine einzigartige Schneiderkunst, die neutralen, aber niemals langweiligen Farbtöne sowie die Liebe zum Detail.
Der für diese Hommage gewählte Ort unterstreicht deren Bedeutung: „Mode als dekorative Kunst wird in Brera willkommen geheißen“, erklärt Chiara Rostagno, stellvertretende Direktorin der Pinacoteca di Brera. „Es wird ein einzigartiger Dialog zwischen Giorgio Armani, dem Museum und dem bewahrten künstlerischen Erbe sein, der durch eine Auswahl seiner Kreationen zum Ausdruck kommt.“
Angelo Crespi, Direktor der Pinacoteca di Brera, betont die Persönlichkeit und Bedeutung des Modeschöpfers: „Armani ist der prägnanteste Ausdruck der Kultur von Brera, einem weltweit einzigartigen Ort, an dem seit fünfhundert Jahren Kunst, Forschung und Innovation gepflegt werden. Deshalb hielt ich es bereits im vergangenen Jahr für richtig und notwendig, das 50-jährige Jubiläum des Modehauses mit einer Ausstellung in der Pinacoteca zu feiern, die sein herausragendes Talent und seinen unverwechselbaren Stil hervorhebt.“
Die Ausstellung ist bis zum 11. Januar 2026 dienstags bis sonntags von 8.30 bis 19.15 Uhr geöffnet.




















































