Gebirgsflug-Lehrgang
München (D) [ENA] Mit dem Hubschrauber in die Alpen. Mitte Oktober des Jahres trainierten Hubschrauberbesatzungen verschiedener Landes- und Bundespolizeien das anspruchsvolle Fliegen im Gebirge. Basis für mehrere Tage war das Segelfluggelände in Füssen. Und jeden Tag ein anderes Wetter.
Das Segelfluggelände in Füssen/bayerisch-schwäbischen Landkreis Ostallgäu, ist der ideale Standort für die Trainingseinheiten. In wenigen Flugminuten erreicht man hochalpines Gelände. Richtung Oberstdorf das Nebelhorn mit 2.200 m Höhe oder Richtung Garmisch ins Wettersteingebirge. Dort sind die Berggipfel bis zu 3.000 m hoch. Zwölf Hubschrauber waren dieses Jahr im Einsatz. Mit elf Hubschraubern der Typen EC-135 und EC-145 wurden die Trainingseinheiten beflogen. Der AS 332 Super Puma diente für den Support mit wenigen Flügen am Tage.
Aufrüstung mit Gerätschaften der Bundespolizei
Für die Durchführung des Lehrgangs musste das Segefluggelände in Füssen vorübergehend mit notwendigen Extras ausgestattet werden. Dazu zählte ein mobiler Tower mit Sendemast für das kontrollierte Befliegen des Bereiches der Einflugschneise. In kleinen Gruppen von vier oder fünf Maschinen, mit wenigen Sekunden Abstand, füllt sich schnell das Gelände. Kaum am Boden werden die Hubschrauber neu betankt. Mit zwei Tanklastwägen wird dies zügig und mit viel Routine abgewickelt. Dieser sensible Vorgang des Tankens sichert ein Fahrzeug der Bundespolizei-Feuerwehr ab.
Selbst das Sanitär- und Toilettenfahrzeug wird aus der internen Fahrzeugflotte der Bundespolizei gestellt. Das Rettungsfahrzeug mit entsprechendem Personal ist vom Roten Kreuz, die Zelte und Pavillons betreut das Technische Hilfswerk. Viel Aufwand möchte man denken, aber nur so ist ein sicherer und effizienter Flugbetrieb gewährleistet. Das größte Problem ist meist das Wetter.
Sichtverhältnisse für sichere Flüge
Manchmal können die Maschinen nicht vom Standort der Bundespolizei Fliegerstaffel in München-Oberschleißheim abfliegen. Schlechte Sicht durch vorhandenen Nebel. Dies bringt den Zeitplan mit den erforderlichen Übungsstunden vor eine zusätzliche Belastung und auch wenn die Landungen in Füssen erfolgreich waren ist der Tagesablauf noch nicht gesichert. Die Berge können in Wolken gehüllt sein und verhindern das spezielle Flugprogramm des Lehrgangs.
Und spezielle Anforderungen hat das Fliegen mit dem Hubschrauber im Gebirge. Durch die Flughöhe verliert der Hubschrauber deutlich an Leistung. Winde beeinflussen die Stabilität des Fluges. Stromleitungen aber auch die Masten und Seile von den vielen Seilbahnen müssen stets im Kopf des Piloten und Navigators sein. Beim Landen im Gebirge ist der Untergrund und Boden nicht immer gerade und trocken. Geröll und Felsbrocken können sich beim Aufsetzen der Kufen des Hubschraubers unerwartet bewegen und verrutschen. Rillen und kleine Spalten im Boden sind eventuell durch Bewuchs nicht gleich erkennbar.
Zahl der Einsätze im Gebirge steigt
Der Abwind, auch *downwash* genannt, erzeugt durch die Rotation der Rotorblätter intensive Luftverwirbelungen in Bodennähe. Lose Gegenstände wie Äste, Sand, Schnee und sogar Steine werden aufgewirbelt. Die Sicht für den Piloten verschlechtert sich plötzlich in den wenigen Metern über dem Landeplatz. Hier ist Teamarbeit zwischen Pilot und Navigator angesagt. Falls der Hubschrauber zusätzlich mit einer Seilwinde augestattet ist, erfolgt die Einweisung des Piloten durch den Operateur an der Winde.
Die Anforderung eines Hubschraubers der Landes- oder Bundespolizei in alpinen Gebirge steigt von Jahr zu Jahr. Viele Einsätze sind Suchflüge nach vermissten Bergsteigern und Skiläufern. Zudem Evakuierungsflüge und Unterstützung bei Rettungsflügen. Bei Waldbränden an Berghängen fordert die Feuerwehr am Boden vermehrt die Unterstützung eines Hubschraubers an. Mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter Typ *Bambi* wird die Feuerwehr aktiv unterstützt. Dessen Einsatz und Bedienung wird separat bei den Fliegerstaffeln trainiert. Herzlichen Dank an die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei-Fliegergruppe für die Einladung und Unterstützung am Medientag.




















































