Mittwoch, 29.07.2026 17:46 Uhr

Staunen und Entdecken auf Schloss Burg

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Blassing Solingen, 29.07.2026, 07:41 Uhr
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Innenhof
Innenhof  Bild: Wolfgang Blassing

Solingen [ENA] Kaum durchschreitet man das große Burgtor von Schloss Burg in Solingen, taucht man mitten ins Mittelalter ein. Die größte wiederaufgebaute Burganlage Westdeutschlands ist eine echte Zeitreise – und begeistert mit ihren interaktiven Stationen vor allem Familien mit Kindern.

Wenig später öffnet sich der weitläufige Innenhof – und hier geht das Abenteuer erst richtig los. Rundherum erheben sich die gewaltigen, beeindruckenden Gebäude aus grobem Bruchstein, kleine Türmchen ragen in den Himmel, und über allem thront der mächtige Bergfried. Schon die Kleinsten bekommen ein Gefühl dafür, wie das Leben auf einer echten Ritterburg vor vielen hundert Jahren ausgesehen haben mag – als die Grafen von Berg ab dem Jahr 1130 von hier aus über das Bergische Land herrschten.

Besonders spannend wird es, wenn man den Bergfried hinaufsteigt. Stufe um Stufe geht es durch die alten Gemäuer nach oben, vorbei an immer neuen Räumen, die zum Staunen einladen. Und genau hier zeigt sich, warum Schloss Burg für Familien so besonders ist: Neben klassischen Tafeln zum Lesen warten überall liebevoll gestaltete, interaktive Stationen – und genau das ist es, was Kinder heute begeistert.

An einem großen Tisch etwa erwacht per Projektion ein mittelalterliches Festmahl zum Leben. Die Kinder können entdecken, was zu den verschiedenen Jahreszeiten auf den Teller kam und was es mit der strengen Fastenzeit auf sich hatte – Essen zum Anschauen, ganz ohne Buch. An anderer Stelle stapeln sich riesige, leuchtend gelbe Fässer bis unter die Decke und verraten spielerisch, welche Vorräte eine Burg zum Überleben brauchte: Trinkwasser, Weizen, Salz und Waffen. Dass manche Fässer sogar als „Stinkbomben" gegen Angreifer eingesetzt wurden, sorgt garantiert für Gelächter und große Augen.

Ein weiteres Highlight sind die zahlreichen Hörstationen, die oft schon durch einen Bewegungsmelder von selbst zu erzählen beginnen. Aus verschiedenen Epochen berichten die Menschen von damals aus ihrem Leben – mal ein Ritter, mal eine Bauersfrau, mal sogar der Gründer der Burg selbst. Vieles ist dabei nicht nur zu hören, sondern zusätzlich mit kleinen Videos und Animationen hinterlegt, sodass man sich das Leben vergangener Zeiten noch besser vorstellen kann. Wer möchte, schlüpft in der „Ritter's Boutique" selbst in ein glänzendes Kettenhemd und setzt sich einen echten Ritterhelm auf – ein herrlicher Spaß und ein beliebtes Fotomotiv für die ganze Familie.

Ganz oben auf dem Bergfried wird man schließlich mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Wer keine Höhenangst hat, genießt von hier den weiten Blick über die bewaldeten Hügel des Bergischen Landes – ein Ausblick, der den Aufstieg mehr als lohnt. Ein besonderes Erlebnis ist auch der Weg über die Schildmauer: Auf dem breiten Wehrgang kann man rund um die Burg wandeln und sich lebhaft vorstellen, wie die Verteidiger einst von hier oben ihr Schloss im Falle eines Angriffs beschützten – Geschichte zum Nachfühlen, wie sie spannender kaum sein könnte.

Den krönenden Abschluss bildet der prächtige Rittersaal. Unter einer kunstvollen Holzdecke, zwischen bemalten Säulen, farbenfrohen Buntglasfenstern und großen Wandgemälden, die von ritterlichen Turnieren erzählen, kann man sich das festliche Treiben vergangener Jahrhunderte lebhaft vorstellen. Blank polierte Rüstungen und ein Ritter hoch zu Ross runden das Bild ab und lassen Kinderherzen höherschlagen.

Auch rund um Schloss Burg lässt es sich herrlich verweilen: Gemütliche Cafés und Restaurants laden zu einer Pause ein, und wer den Auf- oder Abstieg bequemer gestalten möchte, kann die traditionsreiche Sesselbahn zwischen dem Ort und der Burg nutzen. So wird der Besuch zu einem rundum gelungenen Familienausflug. Schloss Burg in Solingen ist damit weit mehr als eine Sehenswürdigkeit – es ist ein Erlebnis, das Geschichte zum Anfassen macht. Zwischen Burgtor, Bergfried und staunenden Kinderaugen wird die Vergangenheit hier auf moderne, spielerische Weise lebendig. Ein Besuch lohnt sich – für Familien, Schulklassen und alle, die das Staunen nicht verlernt haben.

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